Ostseeallee 19 Villa Laetitia

Ehemalige Malschule und heutiges Haus des Gastes

Über uns

Das Haus und seine Geschichte

Die Villa Laetitia in der Ostseeallee 19 zählt zu den architektonisch eindrucksvollsten Gebäuden Kühlungsborns. Direkt neben dem heutigen Haus Rolle gelegen, prägt sie mit ihrer repräsentativen Freitreppe und den markanten Säulen das historische Ortsbild entlang der Ostseeallee. Das denkmalgeschützte Gebäude ist heute als „Haus des Gastes“ vielen Einwohnern und Besuchern bekannt.

Errichtet wurde die Villa 1905/06 von der Berliner Kunstmalerin Amalie (Lilly) Kopsin, die bereits ein erstes „Haus Laetitia“ in Brunshaupten betrieb. Mit dem Neubau schuf sie einen Ort, der Kunst, Bildung und Erholung miteinander verband. In der Villa befanden sich eine Malschule und ein Mädchenpensionat. Zeitgenössische Anzeigen warben mit der unmittelbaren Strandnähe, dem gesunden Seeklima und der Möglichkeit für junge Frauen, ihre Fähigkeiten im Malen und Zeichnen zu entwickeln. Der Name „Laetitia“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Freude“.

Nach dem Tod von Lilly Kopsin im Jahr 1914 endete die Nutzung als Malschule. Das Haus ging an den Justizinspektor Hugo Schulz über, der es als Pension weiterführte. Später wurde die Villa Eigentum der Familie Vick. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude zunächst weiterhin als Pension, bevor es ab 1960 als Schwesternwohnheim und später als Verwaltungsgebäude des benachbarten Krankenhauses genutzt wurde. Nach der Schließung des Krankenhauses übernahm die Stadt Kühlungsborn das Haus und richtete hier die Kurverwaltung ein. Seit 2002 beherbergt die Villa das „Haus des Gastes“ mit Tourist-Information und weiteren touristischen Einrichtungen.

Architektonisch ist die Villa ein herausragendes Beispiel neoklassizistischer Bäderarchitektur. Charakteristisch sind die zweiläufige Freitreppe, die von sechs reich verzierten Säulen gerahmte Vorhalle sowie der Dreiecksgiebel mit dem Namen des Hauses. Im Inneren befindet sich ein lichtdurchflutetes Atrium mit Galerie, das den Räumen eine außergewöhnliche Offenheit verleiht. Die ursprünglich umlaufenden Veranden und Balkone sind heute nicht mehr erhalten. Bei einer umfassenden Sanierung zwischen 2000 und 2002 wurde jedoch der historische Lichthof rekonstruiert und das Gebäude behutsam modernisiert.

Neben seiner touristischen Funktion besitzt die Villa Laetitia auch kulturelle Bedeutung. In ihren Ausstellungsbereichen werden Fossilien, Funde zur Ur- und Frühgeschichte der Region sowie Werke von Amalie Kopsin gezeigt. Die Villa verbindet damit auf besondere Weise Kunstgeschichte, Ortsgeschichte und die Entwicklung Kühlungsborns vom Seebad zum modernen Urlaubsort.

Steckbrief

Baujahr:
1905/1906

Baustil:
Neoklassizistische Bäderarchitektur

Architekt/Bauherr:
Amalie (Lilly) Kopsin, Berliner Kunstmalerin (Bauherrin)

Ursprüngliche Nutzung:
Malschule und Mädchenpensionat „Villa Laetitia“

Heutige Nutzung:
Haus des Gastes, Tourist-Information, touristische und kulturelle Angebote

Historische Bedeutung

  • Zeugnis der frühen Bäderentwicklung Brunshauptens
  • Seltene Verbindung von Kunstschule und Pension
  • Bedeutendes Denkmal der Kühlungsborner Bäderarchitektur
  • Zentraler Anlaufpunkt für Gäste seit 2002

Architekturmerkmale

  • Zweigeschossiger Putzbau
  • Neoklassizistische Gestaltung
  • Zweiläufige Freitreppe
  • Sechs reich verzierte Säulen
  • Dreiecksgiebel mit Hausnamen
  • Zentraler Lichthof mit Galerie
  • Polygonale bzw. sechseckige Gebäuderückseite

Heutiger Besitzer / Bewohner

  • Stadt Kühlungsborn
  • Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn
  • Tourist-Information
  • Gästeservice und Besucherinformation
  • Kultur- und Veranstaltungsangebote

Wissenswertes

  • Die Villa wurde ursprünglich als Malschule für junge Damen gegründet – eine damals außergewöhnliche Bildungseinrichtung an der Ostsee.
  • Der Name „Laetitia“ bedeutet auf Latein „Freude“.
  • Drei originale Bilder von Amalie Kopsin erinnern noch heute an die Anfänge des Hauses.
  • Das zentrale Atrium mit Galerie sorgt bis heute für außergewöhnliche Lichtverhältnisse im Inneren.
  • Im Gebäude werden Fossilien und Funde zur Ur- und Frühgeschichte der Region Kühlungsborn gezeigt.
 
 

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