Ostseeallee 18, Heimat- und Lesestube Haus-Rolle

Historisches Wohnhaus mit Heimatstube

Über uns

Das Haus und seine Geschichte

Das Haus Rolle in der Ostseeallee 18 gehört zu den markantesten historischen Gebäuden Kühlungsborns. Mit seiner roten Backsteinfassade hebt es sich deutlich von den umliegenden Villen ab und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Haus des Gastes einen wichtigen kulturellen Anlaufpunkt im Ortszentrum.

Errichtet wurde das Gebäude 1905/06 nach den Plänen des Berliner Architekten Moritz Rolle, der das Haus gemeinsam mit seiner Familie selbst bewohnte. Anders als viele Gebäude entlang des damaligen Bülowwegs entstand es nicht als Pension oder Hotel, sondern als privates Wohnhaus. Ursprünglich trug es den Namen „Villa Hedwig“, benannt nach der Ehefrau des Architekten. Später wurde daraus „Haus Hedwig Rolle“ und schließlich das bis heute gebräuchliche „Haus Rolle“.

Der zweigeschossige Backsteinbau zeichnet sich durch seine individuelle Gestaltung aus. Unregelmäßig angeordnete Fenster, ein weit auskragendes Mansardwalmdach mit roten Biberschwanzziegeln, erkerartige Vorbauten sowie drei figurale Terrakotta-Reliefs verleihen dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charakter. Die verwendeten Mauer- und Dachziegel stammen aus der damaligen Kühlungsborner Dampfziegelei Höppner & Krüger. Bereits 1912 wurde das Haus in einer Fachzeitschrift als gelungenes Beispiel eines vornehmen Landhauses gewürdigt, das sich harmonisch in die bewaldete Umgebung einfüge.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude zunächst als Wohnhaus und beherbergte zeitweise ein Büro der Sozialversicherung. Nach 1990 nutzten verschiedene kulturelle Einrichtungen die Räume. Seit dem Jahr 2000 befindet sich hier die Heimat- und Lesestube Kühlungsborn, die von den Heimatfreunden Kühlungsborn betreut wird.

Die Ausstellungen vermitteln die Geschichte der ehemaligen Orte Brunshaupten, Arendsee und Fulgen, die 1938 zum heutigen Kühlungsborn zusammengeschlossen wurden. Besucher erhalten Einblicke in den Alltag vergangener Generationen – von historischen Wohnräumen über Bademoden und Haushaltsgeräte bis hin zu einem original erhaltenen Damensalon mit geprägten Tapeten aus den 1920er Jahren. Im Lesesaal erinnern Modelle und historische Ansichten an das frühere Seebadleben.

Darüber hinaus beherbergt das Haus kreative Mitmachangebote für Kinder und Erwachsene. Damit verbindet das Haus Rolle bis heute auf besondere Weise Geschichtsvermittlung, Kultur und kreatives Schaffen unter einem Dach.

Steckbrief

Baujahr:
1905/1906

Baustil:
Reformarchitektur / Landhausstil mit Backsteinarchitektur

Architekt/Bauherr:
Moritz Rolle, Berlin

Ursprüngliche Nutzung:
Privates Wohnhaus („Villa Hedwig“)

Heutige Nutzung:
Heimat- und Lesestube, Ausstellungsräume, Kreativ-Werkstatt, kulturelle Bildungsangebote

Historische Bedeutung

  • Seltenes privates Wohnhaus am historischen Bülowweg
  • Zeugnis der frühen Entwicklung des Seebades
  • Bedeutendes Beispiel der Backsteinarchitektur um 1900
  • Standort der Heimat- und Lesestube seit 2000
  • Bewahrung der Ortsgeschichte von Brunshaupten, Arendsee und Fulgen

Architekturmerkmale

  • Rote Backsteinfassade
  • Mansardwalmdach mit Biberschwanzziegeln
  • Unregelmäßig angeordnete Fenster
  • Zwei erkerartige Vorbauten
  • Figurale Terrakotta-Reliefs
  • Überdachter Eingangsvorbau
  • Zweigeschossiger Kaminbereich

Heutiger Besitzer / Bewohner

  • Stadt Kühlungsborn
  • Heimatfreunde Kühlungsborn e. V.
  • Heimat- und Lesestube
  • Kreativ-Werkstatt für Kinder und Erwachsene

Wissenswertes

  • Das Haus wurde ursprünglich als privates Wohnhaus des Architekten Moritz Rolle errichtet und nicht als Pension.
  • Die roten Ziegel stammen aus einer ehemaligen Kühlungsborner Dampfziegelei.
  • Im Haus befindet sich ein historischer Damensalon mit originalen geprägten Tapeten aus den 1920er Jahren.
  • Der große Kamin reicht über zwei Geschosse bis ins Obergeschoss.
  • Der Eintritt in die Heimat- und Lesestube ist kostenfrei, Gruppenführungen können individuell vereinbart werden.
  • Modelle des ehemaligen Damenbades Arendsee und des Herrenbades Brunshaupten veranschaulichen die frühe Bädergeschichte Kühlungsborns.

Impressionen

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