An der weißen Seitenwand des Seglerheims in der Ostseeallee befindet sich ein Kunstwerk, das sich harmonisch in seine maritime Umgebung einfügt. Das Seglerheim-Relief entstand 1999 und verbindet auf eindrucksvolle Weise Kunst, Handwerk und die Geschichte des Küstenortes.
Auf einer Fläche von etwa 2,5 mal 1,5 Metern entfaltet sich eine Komposition aus keramischen Formen und Symbolen. Entworfen wurde das Relief vom Maler und Grafiker Dietmar Schramm, ausgeführt von der Keramikerin und Bildhauerin Dagmar Haucke-Liebscher. Gemeinsam schufen sie ein Werk, das nicht durch eine konkrete Szene, sondern durch die Kraft von Symbolen wirkt.
Zu erkennen sind abstrahierte maritime Motive wie Segel, Muscheln, Wellen, Kiel, Meer und Windrose. Die einzelnen Elemente gehen fließend ineinander über und erzeugen eine ruhige, fast rhythmische Bewegung. Je länger man das Relief betrachtet, desto mehr Details werden sichtbar. Es erinnert an eine visuelle Landkarte des Lebens an der Ostsee.
Gefertigt wurde das Kunstwerk aus niedrig gebrannten Terrakotten, teilweise mit Glasuren versehen. Dadurch entsteht ein lebendiges Spiel aus Oberflächen, Farben und Licht. Die natürlichen Töne des Materials harmonieren mit der Architektur des Gebäudes und der Nähe zum Meer.
Der Standort könnte kaum passender sein. Zwischen dem traditionsreichen Seglerheim, der ehemaligen Gaststätte „Zum harten Törn“ (heute u.a. Schulungsraum für 3 Möwen e.V.) und der Kunsthalle gelegen, schlägt das Relief eine Brücke zwischen Kultur, Freizeit und maritimer Tradition. Für Segler symbolisieren die dargestellten Elemente Orientierung, Wind und Wasser. Für Besucher erzählen sie von Kühlungsborns Geschichte als Bade- und Küstenort.
Das Relief entstand als Auftragsarbeit der ehemaligen Betreiber des Restaurants „Zum harten Törn“. Damit wurde bewusst ein Kunstwerk geschaffen, das nicht nur dekorativ sein sollte, sondern die Identität des Ortes sichtbar macht. Bis heute erfüllt es genau diese Aufgabe.
Wer vor dem Relief steht, blickt nicht einfach auf eine Wandgestaltung. Er blickt auf eine künstlerische Verdichtung dessen, was Kühlungsborn ausmacht: Meer, Wind, Bewegung und die enge Verbindung der Menschen zur Ostsee.
Entwurf: Dietmar Schramm (*1945)
Der in Triptis geborene Maler und Grafiker studierte an der Fachschule für Angewandte Kunst in Heiligendamm sowie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit den 1970er Jahren arbeitet er als freischaffender Künstler in Steffenshagen. Seine Werke beschäftigen sich häufig mit Landschaft, Natur und regionalen Themen.
Ausführung: Dagmar Haucke-Liebscher (*1944)
Die in Bütow geborene Keramikerin und Künstlerin absolvierte eine Töpferlehre sowie ein Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Sie war viele Jahre Dozentin an der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm und prägte die Keramikkunst Mecklenburgs über Jahrzehnte hinweg.
1999
Terrakotta, Keramik, Glasur
Flachrelief, Keramikrelief, Kunst am Bau