Holzskulptur & Stählerne Pyramide

Zwischen Kunsthalle und Ostsee erhebt sich eine der ungewöhnlichsten Kunstinstallationen der deutschen Ostseeküste. Holz, Stahl, Salz und Meer verbinden sich hier zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk unter freiem Himmel.

Über uns

Sechs Skulpturen formen ein symbolisches Boot zwischen Kunst, Küste und Horizont.

Wer die westliche Strandpromenade von Kühlungsborn entlangspaziert, stößt auf eine außergewöhnliche Gruppe monumentaler Skulpturen. Die Installation aus mehreren Holzplastiken und einer markanten stählernen Pyramide prägt seit 1996 das Bild dieses Küstenabschnitts und bildet den künstlerischen Abschluss der Promenade in Richtung Westen.

Das Besondere: Es handelt sich nicht um ein einzelnes Kunstwerk, sondern um ein bewusst gemeinschaftlich geschaffenes Ensemble. Die Bildhauer Eckhard Labs, Thomas Reich und der Metallgestalter Udo Richter entwickelten gemeinsam eine Anlage, deren einzelne Elemente miteinander in Dialog treten.

Die bis zu fünf Meter hohen Holzskulpturen von Eckhard Labs erinnern an Schiffsrümpfe, Windflüchter oder aufsteigende Wellen. Ihre Formen wirken zugleich vertraut und geheimnisvoll. Der Künstler ließ bewusst Raum für eigene Interpretationen. Je nach Blickwinkel entdeckt man neue Linien, Bewegungen und Assoziationen.

Einen spannenden Gegenpol bilden die Arbeiten von Thomas Reich. Seine aus mecklenburgischer Eiche geschaffenen Figuren sollen Musiker und Tänzer darstellen. Sie wirken lebendig und rhythmisch, fast so, als würden sie sich im Wind der Ostsee bewegen.

Im Mittelpunkt der Anlage steht die von Udo Richter gestaltete stählerne Pyramide. Sie trägt einen rund hundert Kilogramm schweren Salzblock aus dem ehemaligen Salzbergwerk Solvay an der deutsch-belgischen Grenze. Wind, Regen und salzhaltige Luft verändern den Stein kontinuierlich. Kleine Salzkristalle lösen sich und sammeln sich in einer darunterliegenden steinernen Schale. Das Kunstwerk verändert sich dadurch ständig und macht natürliche Prozesse sichtbar.

Gemeinsam bilden die sechs Skulpturen eine geschwungene Linie, die an die Silhouette eines Bootes erinnert. Eingebettet in Natursteine und umgeben von Meer, Himmel und Küstenlandschaft entsteht eine harmonische Verbindung zwischen Kunst und Natur. Die Installation schlägt zugleich eine Brücke zwischen der nahegelegenen Kunsthalle und der Ostsee.

So wird der Spaziergang entlang der Promenade zu einer Begegnung mit einem Kunstwerk, das Bewegung, Musik, Naturkräfte und maritime Tradition in sich vereint.

Zusatzinformationen

  • Entstanden 1996 als gemeinsames Kunstprojekt dreier Künstler.
  • Die Installation wurde als Ergänzung zu den bereits vorhandenen Holzplastiken des 2. Ostseepleinairs von 1988 geschaffen.
  • Die feierliche Einweihung fand am 30. Juli 1996 statt.
  • Die Eröffnung wurde von einer Freiluftaufführung unter dem Titel „Godewind oder Das Salz der Erde“ begleitet.
  • Der Salzblock in der Pyramide verändert sich durch Witterungseinflüsse kontinuierlich.
  • Die Anlage gilt als eine der größten zusammenhängenden Skulptureninstallationen an der deutschen Ostseeküste.

Künstler:

Eckhard Labs (*1960)

Greifswalder Bildhauer. Bekannt für großformatige Holzplastiken mit organischen und maritimen Formen.

Thomas Reich (*1959)

Bildhauer aus Mecklenburg-Vorpommern. Seine Arbeiten verbinden traditionelle Holzbildhauerei mit figürlichen und bewegten Darstellungen.

Udo Richter (*1955)

Metallgestalter aus Pepelow. Bekannt für Arbeiten an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und handwerklicher Metallgestaltung.

Entstehungsjahr:

1996

Material:

Holz, Stahl, Salz, Naturstein

Kunstform:

Skulpturenensemble, Installation, Kunst im öffentlichen Raum

Quellenhinweis

  • Informationen des Kunst- und Kulturlehrpfades Kühlungsborn
  • Materialien zur Einweihung des Kunstprojekts „Godewind oder Das Salz der Erde“ (1996)
 

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