Großes Segel

Direkt vor dem Haus des Gastes erhebt sich eine Skulptur, die wie geschaffen scheint für ein Ostseebad. Das „Große Segel“ von Jo Jastram verbindet Meer, Mensch und die Sehnsucht nach Aufbruch zu einem eindrucksvollen Kunstwerk.

Über uns

Ein stiller Reisender zwischen Küste, Wind und Horizont.

Wer das Haus des Gastes in Kühlungsborn betritt, begegnet bereits im Vorgarten einem Kunstwerk, das auf den ersten Blick maritim wirkt und doch weit mehr erzählt als die Geschichte eines Bootes. Die Bronzeplastik „Großes Segel“stammt aus dem Jahr 2009 und gehört zu den letzten Werken des Rostocker Bildhauers Jo Jastram. Sie ist Teil seiner Werkreihe „Schiffe und Menschen“, die ihn über viele Jahre beschäftigte.

Zu sehen ist ein schlankes Boot mit einem mächtigen, vom Wind geblähten Segel. Auf dem Boot steht eine einzelne menschliche Figur. Ihr Blick ist nach unten gerichtet, beinahe nachdenklich. Sie scheint weder Kapitän noch Passagier zu sein – vielmehr wirkt sie wie ein Mensch auf einer inneren Reise. Gerade diese Offenheit macht den Reiz der Skulptur aus. Jeder Betrachter kann eigene Gedanken und Gefühle in die Szene hineinlegen.

Das große Segel vermittelt Bewegung, obwohl die Bronze vollkommen still ist. Man meint den Wind zu spüren, der das Segel füllt und das Boot vorantreibt. Gleichzeitig strahlt die Figur Ruhe aus. So entsteht ein spannungsreicher Gegensatz zwischen Aufbruch und Besinnung, zwischen Bewegung und Nachdenklichkeit.

Vielleicht wollte Jo Jastram zeigen, dass jede Reise nicht nur durch Landschaften führt, sondern auch durch das eigene Leben. Das Segel könnte für Hoffnung, Freiheit und neue Wege stehen. Die Figur erinnert daran, dass Aufbruch oft Mut erfordert und dass jeder Mensch seinen eigenen Kurs finden muss. Diese Deutung lässt sich nicht eindeutig belegen, passt jedoch gut zu vielen Werken des Künstlers.

Der Standort vor dem historischen Haus des Gastes verleiht der Skulptur eine besondere Wirkung. Nur wenige Schritte von der Ostsee entfernt verbindet sie die maritime Geschichte Kühlungsborns mit zeitgenössischer Kunst. Für viele Besucher ist das „Große Segel“ daher nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Symbol für die enge Beziehung der Stadt zum Meer.

Zusatzinformationen

  • Die Skulptur wurde 2009 im Vorgarten des heutigen Hauses des Gastes aufgestellt.
  • Das Haus wurde 1906 als Malschule und Mädchenpensionat „Laetitia“ von der Berliner Kunstmalerin Amalie Kopsin errichtet.
  • Seit 1997 befindet sich hier die Kurverwaltung beziehungsweise die Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn.
  • Das „Große Segel“ zählt zu den späten Werken Jo Jastrams und entstand nur wenige Jahre vor seinem Tod.
  • Die Skulptur ist Teil der Werkreihe „Schiffe und Menschen“, die zu den bekanntesten Motivgruppen des Künstlers gehört.

Künstler:

Jo Jastram (1928–2011)

Einer der bedeutendsten Bildhauer Mecklenburg-Vorpommerns. Seine Werke prägen zahlreiche öffentliche Plätze, Parks und Küstenorte im Nordosten Deutschlands. Charakteristisch sind seine kraftvollen, oft poetischen Darstellungen von Menschen, Tieren und maritimen Motiven.

Offizielle Informationen:
Jo Jastram Stiftung

Entstehungsjahr:

2009

Material:

Bronze

Kunstform:

Freiplastik, Skulptur im öffentlichen Raum

Quellenhinweis

Impressionen

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