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Gemeinsam für ein demenzfreundliches Kühlungsborn

Das Demenznetzwerk wird sichtbar

Ein gemeinsames Logo, ein gemeinsamer Flyer, kostenfreie Angehörigenschulungen, ein Fachvortrag mit Prof. Dr. Stefan Teipel und ein besonderer Abend im Polarstern: Das Demenznetzwerk Kühlungsborn nimmt Fahrt auf und lädt zum Informieren, Begegnen und Mitmachen ein.

Demenz verändert das Leben. Für die betroffenen Menschen selbst, für ihre Familien und für alle, die sie begleiten. Doch Demenz ist nicht nur eine persönliche oder medizinische Herausforderung. Sie ist auch eine Aufgabe für unsere Stadtgesellschaft.

Genau aus diesem Gedanken ist das Demenznetzwerk Kühlungsborn entstanden. Den Startschuss gab der Weltalzheimertag 2025. Die große Resonanz auf die damalige Veranstaltung hat gezeigt: Viele Menschen wünschen sich mehr Informationen, verlässliche Ansprechpartner und einen offenen Umgang mit dem Thema.

Inzwischen arbeiten Partner aus Medizin, Pflege, Beratung, Ehrenamt und der Stadt gemeinsam daran, Kühlungsborn demenzfreundlicher zu gestalten. Aus einer ersten Idee ist ein Netzwerk geworden – und aus dem Netzwerk entstehen nun konkrete Angebote.

Ein gemeinsames Logo schafft Sichtbarkeit

Ein wichtiger Schritt ist das neue gemeinsame Logo des Demenznetzwerks. Es gibt den beteiligten Einrichtungen und Angeboten ein verbindendes Zeichen und macht künftig auf den ersten Blick sichtbar: Hier finden Menschen mit Demenz sowie ihre Zu- und Angehörigen Unterstützung, Beratung und Verständnis.

Ein Logo allein verändert natürlich noch keine Versorgung. Aber es schafft Wiedererkennung, stärkt das gemeinsame Auftreten und zeigt, dass in Kühlungsborn viele Akteure an einem Strang ziehen.

Wissen gibt Sicherheit: kostenfreie Schulungen für Angehörige

Wer einen Menschen mit Demenz begleitet, steht häufig vor schwierigen Fragen: Wie verändert die Erkrankung den Alltag? Wie kann Kommunikation gelingen? Was hilft in belastenden Situationen? Und wie können Angehörige auch auf die eigene Gesundheit achten?

Antworten und praktische Hilfestellungen bieten die kostenfreien Angehörigenschulungen des Demenznetzwerks. Sie richten sich an Zu- und Angehörige, Freunde, Nachbarn und alle Interessierten.

Der erste Kurs findet am 14., 18., 21. und 25. September 2026, jeweils von 16:00 bis 20:00 Uhr, in der Tagespflege „Kiek mol rin“, Bürgerweg 3, statt.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde bereits ein zweiter Kurs organisiert. Dieser wird am 6., 8., 13. und 15. Oktober 2026, jeweils von 9:00 bis 13:00 Uhr, im Segelclub Kühlungsborn, Ostseeallee 47, angeboten.

Die Schulungen vermitteln nicht nur Wissen. Sie bieten auch Raum für persönliche Fragen, Erfahrungen und den Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Situationen erleben.

Aktuelles Wissen aus der Forschung: Prof. Dr. Stefan Teipel in Kühlungsborn

Am Mittwoch, 16. September 2026, begrüßt das Demenznetzwerk mit Prof. Dr. Stefan Teipel von der Universitätsmedizin Rostock einen ausgewiesenen Experten in Kühlungsborn.

Von 17:00 bis 18:30 Uhr gibt er Einblicke in aktuelle Erkenntnisse zu Demenz, Diagnostik und Versorgung. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, therapeutische Berufe sowie weitere professionelle Akteure. Sie bietet zugleich die Gelegenheit, sich fachübergreifend kennenzulernen und die Zusammenarbeit vor Ort weiter zu stärken.

Denn eine gute Begleitung von Menschen mit Demenz gelingt besonders dann, wenn medizinische, pflegerische, soziale und ehrenamtliche Angebote miteinander verbunden sind.

Wo Sprache endet, beginnt die Musik

Dass sich dem Thema Demenz auch auf eine berührende, lebensnahe und überraschende Weise begegnen lässt, zeigt ein besonderer Abend im Rahmen des Formats Polar-Stern.

Am Mittwoch, 23. September 2026, heißt es von 19:00 bis 21:00 Uhr in Bülow’s CocktailLounge, Ostseeallee 24:

„Wo Sprache endet, beginnt die Musik.“

Der Abend verbindet Fotografien von Michael Hagedorn, Musik von ME & THE LION, Texte, Gespräche und praktische Impulse. Im Mittelpunkt stehen Gesundheit, Lebensfreude, Erinnerungen und die Kraft menschlicher Begegnungen.

Dabei soll Demenz nicht ausschließlich als Verlust betrachtet werden. Es geht auch um das, was bleibt: Gefühle, vertraute Melodien, Nähe, Augenblicke des Wiedererkennens – und die Möglichkeit, einem Menschen auch dann zu begegnen, wenn Worte zunehmend fehlen.

Ein Netzwerk, das vom Mitmachen lebt

Das Demenznetzwerk Kühlungsborn steht noch am Anfang. Doch die ersten Schritte sind gemacht: Die Partner haben sich zusammengefunden, ein gemeinsames Zeichen geschaffen und konkrete Angebote auf den Weg gebracht.

Unser Ziel ist eine Stadt, in der Menschen mit Demenz weiterhin dazugehören, Angehörige Unterstützung finden und Unsicherheiten durch Wissen und Begegnung kleiner werden.

Denn eine demenzfreundliche Kommune entsteht nicht durch eine einzelne Einrichtung oder Veranstaltung. Sie entsteht dort, wo Menschen aufmerksam hinschauen, Wissen teilen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Beste Grüße Jörg Wolter

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